Welchen Sinn haben eigentlich Webkataloge?
26.10.2007
Diese Frage haben wir uns in den letzten zwei bis drei Jahren öfter gestellt.
Zur Geschichte des www
Die ersten Webkataloge und Suchmaschinen entstehen
Zu Beginn der Webkatalogära ging es darum, Websites, welche vom Webmaster im Katalog angemeldet wurden, zu begutachten und anschließend, wenn sie den Kriterien des Kataloges entsprachen, in eine passende Kategorie einzutragen oder bei Nichteignung abzulehnen.
Mit fortschreitender Zeit und Zunahme der verfügbaren Websites, wurde auch dieses Vorgehen immer unübersichtlicher. In Webkatalogen zu suchen ist sehr zeitaufwendig und das Gesuchte ist oft einfach nicht zu finden. Das rief einige findige Leute auf den Plan und die ersten Suchmaschinen traten ihren Dienst an. Das Suchen über Suchmaschinen ist um einiges komfortabler als das Suchen in zig Webkatalogen. Aber diese wurden trotzdem weiterhin gebraucht, lieferten sie doch immer noch das Futter für die Suchmaschinen.
Google verdrängt die bestehenden Suchmaschinen
Einige Zeit später kamen ein paar findige Studenten mit einer Suchmaschine namens Google auf den Plan, damals sicher noch nicht ahnend, dass sie eines Tages das www im deutschsprachigen Raum beherrschen sollten. Suchmaschinen, die bis dato genutzt wurden traten immer weiter in den Hintergrund und verschliefen z.T. auch die Weiterentwicklung, gerieten somit in Vergessenheit der Suchenden. Google lieferte einfach bessere Ergebnisse. Was der Deutsche einmal weiß, ist nicht mehr aus dem Kopf zu bekommen, er ist auch nicht sehr flexibel, sich auf andere Sachen umzustellen oder einfach einmal etwas anderes auszuprobieren, dieses kommt Google heut sehr zu Gute. 80-95% der Deutschen suchen heute mit Google, kennen meist auch gar keine Alternative mehr. Wen wundert es, da ja googlen schon im Duden steht. Yahooen oder msnen klingt wohl auch nicht so gut.
Zurück zum Thema. Auch Google mußte, um Ordnung in die Suchergebnisse zu bringen, einen Algorithmus entwickeln, der die Ergebnisse sortiert. Der pr wurde erfunden.
Um nun in den Suchmaschinen, vor allem bei google ganz vorn gelistet zu werden, mußte eine Website mit pr aufwarten können. Da Firmen in den seltensten Fällen Links auf Ihre Lieferanten, Kunden oder gar auf die Konkurenz setzen wollen bleibt eigenlich nur die Möglichkeit, diese Websites in Webkataloge einzutragen, was eigentlich auch eine gute Sache ist und von google auch begrüßt wird.
Das Ende freiwillig gesetzter Links
Wie im Leben allgemein, liegen aber auch hier gut und schlecht sehr nah beieinander und nun kommen wir langsam zur Beantwortung unserer Ausgangsfrage. Bis zur Einführung des pr gut geführte und freiwillig auch gut verlinkte Websites erhielten auch dementsprechend reichlich pr. Daraus ließ sich jetzt plötzlich viel Geld machen durch Verkauf von Links von Webseiten mit hohem pr.
Die Einführung des pr war gleichzeitig auch das Ende der freiwilligen Verlinkung. Webkataloge schossen wie Pilze aus dem Boden. Die besten Linkplätze wurden meist nur gegen Backlink oder Bezahlung belegt. Es kam dabei zu Webkatalogen, die nur wenige Websites eintrugen, nämlich nur die, die auch eine Gegenleistung boten. Da auch die Anzahl der eigenen Unterseiten anfänglich eine Rolle spielte, hatten diese Webkataloge zig-tausende Unterseiten im Index ohne auch nur einen Eintrag auf den meisten Unterseiten zu haben. Fragt sich Ottonormalverbraucher nun, wieso dieses Konstrukt jetzt Webkatalog heißt, wo doch jede Hobbywebsite mehr freiwillige Links zu oft auch noch passenden Websites besitzt. Webkataloge mit vielen leeren Unterkategorien wurden schon beim letzten pr-update abgewertet.
Durch die Einführung von Googles Adsense schossen weitere Webkataloge aus dem Boden, mit den gleichen Anzeichen - leere Kategorien tief verschachtelt mit reichlich Adsense und mal hier und mal da ein Eintrag zu einer "normalen Website", so tief im Innern des Webkataloges versteckt, dass sie ja kein bot findet. Die im Webkatalog gut platzierten Einträge, führen zu Seiten wie Handylogos, Klingeltöne oder Sexseiten. Webkataloge dienten so oft nur zum Verstecken und pushen anderer fragwürdiger Projekte und die Adsenseeinnahmen sind auch nicht zu verachten.
Wird Linktausch und Linkkauf von Google erkannt?
Schaut man sich heut die Webkataloge so an, kann man eigentlich nur sagen, viele davon sind Spamprojekte und es wurde Zeit, dass Google einen Algorithmus entwickelt, der diese Auswüchse beschneidet. Nach dem jetzigen pr-update, im Oktober 2007, scheint es so, als könne Google Linktausch und -kauf teilweise erkennen.
Nicht sinnvoll aber nach unseren Auswertungen logisch erscheint uns, dass der Einbruch vieler Websites an der reziproken 1:1 Verlinkung liegt. Auf unserem Hauptprojekt haben wir deutliche Anzeichen. Ca. 12 Seiten, von etwas um die 200, sind für Links zu Webkatalogen vorgesehen. Diese 12 Seiten sortieren die Webkataloge nach bestimmten Kriterien. Fünf Seiten enthalten aber nur externe Links zu Webkatalogen. Es sind seit gestern zwei graue dabei, von vorher pr2. Auf einer dieser abgewerteten Seiten befinden sich Webkataloge, die nur gegen Backlink frei schalten auf der anderen ein Webkatalog, der nur gegen Backlink die Links nicht mit javascript versieht.
Unser Fazit zur Ausgangsfrage:
Die Webkataloge, die dahin zurück kehren und wieder das werden, was Webkataloge einmal waren oder wofür der Begriff steht, nämlich Websites in ein Verzeichnis aufzunehmen und dem Besucher damit die Informationen über die eingetragenen Websites zu geben, werden nach wie vor im index bleiben. Übrigens wenn Adsense nicht mehr das Nummer-eins-Kriterium ist, weshalb ein Webkatalog geführt wird, kann sich dann sogar Adsense auszahlen. Adsense ist nicht zu verteufeln. Wenn die Qualität rings herum stimmt, warum kein Adsense schalten?
Kurze Zusammenfassung aus unserer Erkenntnis:
Was sollten Webkataloge beachten?
- Kein Backlinkzwang. Ein gesundes Maß an Einträgen, die auch einen Backlink setzen. Es gibt Webmaster, die freiwillig Backlinks setzen aber viele Webkataloge fallen nicht darunter, auf die z.Z. freiwillig verlinkt wird. (nächsten Punkt berücksichtigen, dann wird's schon)
- Auf der Startseite externe Links vor allem zu fragwürdigen Websites entfernen. Auf Kataloge mit fragwürdigen Links auf der Startseite wird kein seriöser Webmaster linken.
- Auf Qualität der einzutragenden Websites achten.
- Klickscripte entfernen oder die Ergebnisse vom spidern ausschließen
- Sortierreihenfolge fest nach Datum aufsteigend (wenn User selbst sortieren können soll, diese Listen vom indexieren ausschließen)
- erst backlinkpflichtige Einträge anbieten, wenn sich so viele Links in der Kategorie befinden, dass es für die einzutragenden Websites sehr lange dauern wird, bis sie vom Spider gefunden werden, so nimmt die 1:1 Verlinkung nicht überhand
- flache Linkstruktur
- keine leeren Kategorien, diese erst bei Bedarf anlegen
- kostenlosscripte auf diese Kriterien testen, besser eigenes script schreiben oder für kleine Projekte stink normales html verwenden (für viele in letzter Zeit entstandene Adsensewüsten wären eine handvoll vernünftig geführte html-Seiten vollkommend ausreichend und wahrscheinlich noch im index)
